Natürliches Wachstumshormon
Hormone sind physiologisch aktive Substanzen, die vom Organismus (meist in endokrinen Drüsen) selbst produziert werden, schon in sehr kleinen Konzentrationen wirken, ihre Zielorgane über den Blut- oder Lymphweg erreichen und dort den Stoffwechsel und die Reproduktion in charakteristischer Weise beeinflussen. Sie werden bei Bedarf aus gespeicherten Vorstufen oder aber kontinuierlich gebildet. Ihre Sekretion steht unter Kontrolle von Regelkreisen. Die Inaktivierung erfolgt vor allem in der Leber. Wachstumshormon ist eine solche Substanz.
Einen wichtigen Einfluss übt Wachstumshormon auf das Wachstum und die Entwicklung von Zellen in den langen Knochen aus, was zur Verlängerung der Knochen und damit zur Zunahme an Körperhöhe führt. Wachstumshormon ist jedoch nicht nur ein Regulator in Bezug auf Größe und Zentimeter – es mobilisiert Fett aus Fettdepots und steigert die Muskeleiweißsynthese. Darüber hinaus regelt Wachstumshormon den Wasser- und Mineralhaushalt. Wachstumshormon beeinflusst auch das psychische Wohlbefinden und den Energiehaushalt.
Wachstumshormon wird in der Hypophyse (Hirnanhangdrüse) produziert, einer Drüse, die viele der wichtigsten Hormone im Körper produziert. Die Hypophyse hat etwa die Größe einer Erbse und liegt oberhalb des Gaumens unter dem Vorderhirn. Sie wird oft als Hauptdrüse bezeichnet, da sie viele der anderen Drüsen im Körper steuert. Alle diese Drüsen arbeiten bei der Herstellung und Freisetzung vieler verschiedener Arten von Hormonen zusammen, die alle sehr wichtig für die Gesunderhaltung des Körpers sind.
Wie bei anderen Hormonen erfolgt die Freisetzung von Wachstumshormon von der Hypophyse in die Blutbahn in einem bestimmten Tagesrhythmus, wobei die größte Menge in den frühen Nachtstunden während des Tiefschlafs freigesetzt wird. Daher wird Wachstumshormon oft für eine Verabreichung einmal täglich abends verschrieben – damit die natürliche Freisetzung des Wachstumshormons so genau wie möglich nachgeahmt wird.
Synthetisches Wachstumshormon
Die Quantität des produzierten Wachstumshormons geht in den ersten Lebensjahren etwas zurück, bleibt aber die ganze Kindheit hindurch hoch, bevor sie zum Zeitpunkt des Wachstumsschubes in der Pubertät einen Höhepunkt erreicht. Wenn das Pubertätswachstum abgeschlossen ist, wird sehr viel weniger Wachstumshormon produziert, doch es spielt weiterhin eine wichtige Rolle im Stoffwechsel des Erwachsenen.
Was ist Wachstumshormon, das in der Therapie angewendet wird?
Wachstumshormon, das in der klinischen Behandlung angewendet wird, wird biosynthetisch produziert und ist 100% identisch mit natürlichem Wachstumshormon. Novo Nordisk produzierte biosynthetisches Wachstumshormon erstmals im Jahr 1985 – und 1999 gelang Novo Nordisk ein Durchbruch mit der Einführung einer flüssigen Wachstumshormonrezeptur, welche die Rekonstitution/Mischung vor der Injektion überflüssig machte.
Da Wachstumshormon ein Protein ist, würde es bei peroraler Einnahme ebenso verdaut wie Proteine in der Nahrung. Das heißt, es würde abgebaut und damit inaktiviert. Wachstumshormon muss die Blutbahn intakt und somit wirksam erreichen, deshalb muss es knapp unter die Haut injiziert werden.
|